Seit dem 1. März ist ja nun laut Meteorologen Frühling. Schöne Sache eigentlich….hab mich dann aber schon heute morgen ein wenig gewundert, warum es so hell in meinem Zimmer ist. Nein, es war nicht etwa heller, weil die Sonne mit einem Schlag noch früher aufgeht, sondern weil der Schnee viel mehr Sonnenlicht in mein Zimmer reflektiert hat. Schneeeeeeee! Holla die Waldfee, da hat es doch tatsächlich das zweite Mal richtig geschneit hier in Bergen in diesem Winter….ääähhhhh…tschuldigung…..Frühling. Tja, schmilzt aber leider schon wieder alles. War schon irgendwie nicht wirklich ein Winter, den ich hier in Bergen erlebt habe und zu meiner Vorstellung von einem richtigen norwegischen Winter passt das erst recht nicht. Vielleicht hätte ich vorm Klimawandel hier mal vorbeischauen sollen
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Ansonsten habe ich nun auch das norwegische Gesundheitssystem ein bisschen genauer kennen gelernt. Hab mir nämlich einen schönen grippalen Infekt zugezogen. Schuld daran war mit Sicherheit das überaus griesgrämige und üble Wetter in der letzten Woche. Kalt, Wind und Regen von allen Seiten – bääääähhh. Da ich mich dann übers Wochenende hinweg nicht besser gefühlt habe, wollte ich gestern dann mal einen Arzt aufsuchen. Tja, schöner Plan, nur dass man hier in Norwegen einen festen Hausarzt hat und ich überhaupt keine Peilung hatte, welcher meiner ist. Nach ein paar Telefonaten hab ich dann erfahren, dass ich keinen festen Arzt besitze, da mir noch die „fødselsnummer“ fehlt. Diese Nummer ist das wichtigste hier in Norwegen und eine Art Personennummer, die dich eindeutig identifiziert und über die alle Verträge, Urkunden usw. laufen. Ich habe zwar schon einen Antrag auf diese Nummer gestellt, aber die Polizei braucht ca. 4 Monate für deren Erstellung, so dass ich zur Zeit nur eine kurzfristige ID-Nummer habe. Da ich also keinen „fastlege“ (fester Hausarzt) habe, bin ich gestern zur „Bergen legevakt“ geschickt worden. Das ist so was wie eine Poliklinik mit Ambulanz. Wie gut, dass ich in guter (deutscher) Manier ein Buch mithatte! Es hat geschlagene 3,5 Stunden gedauert bis ich dran gekommen bin. Im übrigen war ich der einzige der ca. 50 Wartenden mit einem Buch, was ich ziemlich komisch fand. Als dann die Schwester meinen Namen etwas gebrochen, aber dafür umso lauter (sie wollte wohl sicher gehen, dass ich sie höre) ausrief und mich daher alle anstarrten als ich aufstand, da war mir das schon ein wenig peinlich. Naja, der Arzt war super nett und als er herausgefunden hatte, dass ich aus Deutschland komme, hat er mir gleich seine halbe Lebensgeschichte erzählt, da er in Bochum studiert hat.
Nun gut, jetzt bin ich erstmal den Rest der Woche krankgeschrieben und genieße es, neben der Rumhusterei, der verstopften Nase und dem brummenden Kopf, ein wenig rumzugammeln.
Verfasst von: riderofthenorth | Dienstag, 4 März 2008
Frühlingsanfang
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