Um es gleich vorweg zu nehmen, dieser Eintrag wird der letzte in meinem Blog sein, wie man auch schon am Titel erkennt. Es gibt viele, verschiedene Gründe für diese Entscheidung. Einerseits finde ich einfach nicht genügend Zeit und Elan hier regelmäßig etwas zu schreiben und andererseits verliert der Blog langsam seinen Wert, da sich hier der Alltag eingestellt hat. Es passiert einfach nicht mehr sooo viel Neues und Aufregendes. Ich gehe jeden Tag zur Arbeit, gehe meinem Hobby nach oder unternehme etwas mit Freunden. Ein anderer Grund ist, dass ich den Blog als Kommunikationsmethode mit der „Heimat“ nicht mehr wirklich mag, sondern jetzt eher mehr zur Email oder zum Telefon greifen werde. Nach einem Gespräch mit einem deutschen Freund hier, ist mir nämlich eine Sache bewusst geworden, die ich in Zukunft vermeiden will. Als Auswanderer steht man vor dem Dilemma, dass die Kommunikation doch sehr einseitig ist, weil dauernd von einem erwartet wird, dass man vom spannenden Leben in der Ferne berichtet. Zwei Dinge sind daran faul. Einerseits ist das Leben hier, gerade wenn der Alltag sich eingestellt hat, fast genauso wie in Deutschland und andererseits, wird dabei nicht berücksichtig, dass man ja als Auswanderer genauso gerne hören will, was denn so in der Heimat passiert. Für mich ist es genauso interessant zu hören, was bei euch so los ist und wie das Leben so weitergeht. So denke ich jetzt, dass Mails und Telefonate dafür einfach besser geeignet sind. Auch habe ich bei diesem Blog hier nicht die Rückmeldung, wer denn wirklich schon was erfahren und gelesen hat von mir. Es bleibt irgendwie alles total anonym.
Da der Titel ja schon so heißt, will ich nun auch noch ein kleines Fazit abgeben zu meinen ersten 9 Monaten hier in Norwegen. Ganz allgemein ist es super gelaufen. Viel besser als ich vorher gedacht habe. Ich habe einen tollen Job gefunden, neue interessante Menschen kennen gelernt, Freundschaften entwickeln sich und zusätzlich wohne ich noch in einer der schönsten Städte, die ich je gesehen habe. Das mir diese Stadt und mein Leben hier dann auch noch die Möglichkeit geschenkt hat mich neu zu verlieben, macht mich einfach durch und durch glücklich. Es ist schon etwas ganz anderes dieses neue Leben hier mit Marie zu teilen, als alles alleine zu erleben. Im September läuft ja erstmal mein befristeter Vertrag hier aus, aber ich habe ein gutes Gefühl, dass ich eine Verlängerung bekomme. So habe ich nun auch den Plan erstmal hier zu bleiben und so nach fünf Jahren noch mal neu zu entscheiden. Aber man kann ja eh nie wissen was noch so alles passiert. Persönlich hat mich mein Norwegenabenteuer auch weiter gebracht. Es ist eine spannende Erfahrung, macht viel Mut es „gewagt“ zu haben, macht mich selbstbewusster und überzeugter in meine Fähigkeiten. Ich hab mich viel reflektiert, was nicht ausbleibt, wenn man alleine in die Fremde zieht.
Auch wenn mein Abenteuer viel Positives bedeutet hat, so gibt es aber auch ein paar negative Seiten. Z. B. gibt es doch einen klaren Kulturunterschied zwischen Deutschen und Norwegern gerade in der zwischenmenschlichen Art. Bekanntschaft, Freundschaft und Liebe sehen hier anders aus, was schon schwierig ist und worauf ich mich noch einstellen muss. Wer weg geht, lässt immer Vieles zurück und verliert dadurch auch Einiges. Leider musste ich auch erleben, dass dieses für Freundschaften zutrifft. Irgendwie filtert die Distanz. Gott sei Dank gibt es dann aber auch noch die „wahren“ Freunde, wo die Vertrautheit erhalten bleibt. Und natürlich ist es auch schön zu sehen, dass man immer wieder neue Menschen kennen lernt, wo Vertrautheit wachsen kann.
Oh je, ist ja nun ein sehr nachdenklicher letzter Eintrag geworden, aber doch auch irgendwie passend. Seid nicht traurig, dass es diesen Blog nicht mehr geben wird. Schreibt mir lieber oder ruft mich an! Ich freu mich drauf!
Fazit
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Russetid 4/4 Sonne!!!
Wie schon gesagt, das Wetter ist in den letzten zwei Wochen super gewesen und irgendwie hab ich mir da schon ein wenig Bergener Lebensweise angeeignet und versucht möglichst viel Zeit draußen zu verbringen. War vielleicht doch nicht so eine schlechte Idee hier im Herbst herzukommen, denn sonst hätte ich dieses Wetter gar nicht so richtig zu schätzen gewusst. Spazierengehen, Sonnenbaden, Bergsteigen und natürlich Grillen macht einfach viel mehr Spaß mit Sonne im Gesicht. Klar, ein wenig Sonnenbrand blieb da nicht aus. Gerade das Grillen im Park war super und ich bin jetzt auch stolzer Besitzer eines eigenen Grills. Den musste ich mir einfach kaufen, da ich es einfach nicht leiden kann, wie alle hier, nur mit Einweggrills zu grillen. Ist ja auch völlig unökologisch! Schwierig war bloß einen Grill in handlicher Größe zu finden, denn anscheinend Grillen die Norweger gerne ganze Rinder, nach der Größe der Grille zu urteilen. Schön war es auch, dass unsere „Gruppe“ hier immer größer wird, weil ab und zu ein paar „Neue“ hinzukommen. Alles interessante Charaktere, wobei ich mir schon manchmal die Frage stelle, ob man in Deutschland auch so zusammengekommen wäre oder ob der Faktor „ganz allein im fremden Land“ eine große Rolle spielt. Ich hab einfach mal ein paar Bilder zusammengestellt, die euch hoffentlich vermitteln, wie schön es gerade ist hier die Sonne zu genießen, und die ihr hier findet.
Ach ja, und jetzt hätte ich fast das Bergenfest vergessen. Um den ersten Mai herum war hier nämlich ein Musikfest in Bergen mit vielen Konzerten und Veranstaltungen. Ich hab mir zwei Konzerte angeschaut. Eins von „Animal Alpha“, die mir sehr gefallen haben, weil es schön laut war und die Sängerin mich einfach mal umgehauen hat mit ihrer Bühnenshow, und eins von den „Valkyrien Allstars“, welche norwegischen Folk spielen.
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Russetid 3/4 Malmö
Mein Büro macht immer mal wieder eine Studitur (Studienreise), um sich interessante Landschaftsbauprojekte in Europa anzuschauen. Dieses Mal ging es nach Malmö und ich hatte natürlich das Vergnügen mitzufahren. Malmö hat wie viele europäische Hafenstädte seine Bedeutung als Industriehafen verloren und so ist in den letzten Jahren das Gebiet des alten Industriehafens schrittweise umgestaltet und ausgebaut worden. Hauptsächlich wurden Wohngebiete errichtet, die immer mal wieder mit interessanten Grünflächen durchsetzt sind. Wir waren zwei Tage in Malmö, wobei wir bis Koppenhagen geflogen und von dort aus mit dem Zug über die Öresundbrücke nach Schweden gefahren sind. Das ist schon ein sehr beeindruckendes Bauwerk! In Malmö war das Wetter super und so hat die Fahrradtour (wir haben uns vor Ort Fahrräder ausgeliehen) viel Spaß gemacht. Meine Arbeitskollegen sind ja alle ziemlich locker und so war es lustig anzusehen, dass sämtliche Spielplätze (für Studienzwecke) erprobt werden mussten. Beweisbilder gibt es hier. Malmö selbst hat mir auch sehr gefallen, da die ganze Stadt auf Fahrradfahrer ausgelegt ist, von denen es auch unheimlich viele gibt. Wenn ich mal reich werden will, dann importiere ich alte Schrottfahrräder nach Malmö! ![]()
Übernachtet haben wir in einem echt luxuriösen Hotel mit bombastischem Frühstücksbüfett. Und natürlich war es auch klasse auf Firmenkosten Essen zu gehen, vor allen Dingen am Abend, wo wir in einer Tapasbar gegessen haben. Mein Vorschlag einfach den Kellner zu fragen, ob wir nicht einen Tapasmix für 6 Personen bekommen könnten, ist allerdings an der norwegischen Individualität gescheitert. War schon eine lustige Situation, die mir ein bisschen mehr Einblick in die norwegische Seele gegeben hat.
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Russetid 2/4 Kochabend
Gleich am Wochenende nach dem ersten Vorspiel bei mir, hat der Andreas zum Kochabend zu sich eingeladen. Da war ich natürlich gleich mit dabei, weil ich ja nun wirklich gerne koche. Als Hauptgericht gab es Spinat Cannelonie, wie sie im Hause Tallarek bekannt und geliebt sind. Tja, nur leider hab ich mal wieder total vergessen, dass ich hier ja in Norwegen bin und davon ausgehen muss, dass die Auswahl im Supermarkt halt nicht so reichhaltig wie in Deutschland ist. So habe ich dann auch glatt mal keine fertigen Cannelonie gefunden und musste mit eingeweichten Lassagneblättern improvisieren. Während ich mich in der Küche ausgetobt habe (nicht ohne tatkräftige Unterstützung von Astrid, Malen und Patrick), haben sich die anderen mit der Wii (Spielkonsole) vergnügt. Alles in allem ein gelungener Abend, der auch allen scheinbar geschmeckt hat. Bilder dazu findet ihr hier.
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Russetid 1/4 Allgemein
So, jetzt sitze ich gerade vor meinem Haus mit dem Laptop auf den Knien und einem Glass Orangensaft in Griffweite – Dank sei dem Erfinder des WLAN. Marie hat zurzeit besuch von einer Freundin aus Deutschland und da beide gerade unterwegs sind find ich mal wieder Zeit hier etwas für euch zu schreiben. Das Wetter ist immer noch toll, obwohl es hier nicht ganz so warm ist wie bei Euch. Wir hatten in den letzten zwei Wochen hier nur einen wirklichen Regentag – genial! Es ist schon verrückt, wie diese Stadt im wahrsten Sinne des Wortes aufgeblüht ist. Sämtliche Pflanzen sind saftig grün und überall blüht es. Auf den Straßen ist viel mehr los und so langsam wird es voll in der Innenstadt. Die Anzahl der Touristen steigt rapide und ich habe meinen täglichen Weg zur Arbeit schon umgelegt, da es einfach keinen Spaß mehr macht direkt über den Fischmarkt zu gehen.
Tja, und dann hat ja auch noch die Russetid angefangen…wörtlich übersetzt die Russenzeit. Das ist DIE große Tradition unter norwegischen Schülern. Die Abschlussschüler werde hier Russer genannt und sind derzeit an ihrer „Tracht“ zu erkennen – einer Latzhose in Rot, Blau oder Schwarz. Die Farbe der Hose richtet sich nach dem Schultyp. In der Russetid drehen sie dann völlig frei und das VOR den eigentliche Prüfungen. Traditionsgemäß müssen diverse Mutproben absolviert werden, was während des Saufens und Rumhängens in der Stadt passiert. Ich find das ganze ziemlich klasse und musste schon herzhaft lachen, als ich z.B. eine Gruppe Russer gesehen habe, die einen toten Fisch Gassi führten oder die auf allen Vieren durch die Innenstadt robbten. Allgemein genießen die Russer totale Narrenfreiheit und die Norweger schauen gerne darüber hinweg wenn es mal etwas derber oder lauter wird, wahrscheinlich mit einem Schmunzel auf dem Gesicht und der Erinnerung an die eigene Russetid im Hinterkopf.
Ansonsten war in den letzten zwei Wochen hier viel los und ich werd gleich noch ein paar mehr Posts schreiben, um euch davon zu berichten. Unter anderem war ich mit meinen Kollegen zur „Studitur“ in Malmö und dann habe ich auch viel zusammen mit den anderen Deutschen unternommen, z.B. einen Kochabend, Grillen im Park oder ganz normales Vorspiel. Natürlich gibt’s auch wieder ganz viele neue Bilder, damit ihr euch auch ein „Bild“ machen könnt, wie es mir so geht und was ich so erlebe.
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Løvstakken und Vorspiel
Was für ein Wochenende! Wunderbar! Um kurz eine Tradition zu waren, schreib ich erstmal, dass das Wetter immer noch genial ist. Sonne und strahlend blauer Himmel.
Mit diesem Post heute gibt es für euch auch ganz viele neue Bilder in meinem Webalbum. Unter anderem könnt ihr mal wieder eine Blick in mein Zimmer werfen und gleich mal die super netten Deutschen kennen lernen, von denen ich euch ja schon erzählt habe.
Okay, nun zu meinem Supersamstag. Ich hab es endlich geschafft wieder einen der Berge um Bergen herum von meiner „Noch zu besteigen“-Liste abzuhaken. Zusammen mit Marie haben wir uns an den Løvstakken heran gewagt. Der Berg liegt im Süden von Bergen und gehört zu den mittleren Kalibern. Aufgrund des Wetters bot sich eine wunderbare Aussicht, wie ihr hier auf den Bildern sehen könnt. Die Tour war wirklich ein Erlebnis und stellenweise ein ziemlich anstrengendes Abenteuer. Natürlich hatten wir keine Karte mit dabei, weil ich voll davon ausgegangen bin, dass der Weg rauf schon klar ausgeschildert und erkennbar sei. Von wegen! Weg? Haha! Es gibt ihn wohl, aber anscheinend ist der nur für Norweger sichtbar. Na ja, irgendwie haben wir es dann doch raufgeschafft, nachdem wir einfach den uns dauernd überholenden Norwegern hinter her sind. Die Aussicht hat dann aber für alle Anstrengungen entschädigt. Was für ein wunderschönes Land! Ermunternd vom bewältigten Aufstieg wollten wir dann einen anderen Weg runter nehmen und sind wieder einfach drauf los gestapft, was uns dann in einen ziemlich steilen Hang mit massenhaft Dornenbüschen und sumpfigem Boden befördert hat. Irgendwann haben wir dann doch einen als Weg erkennbaren Trampelpfad gefunden, der es aber auch in sich hatte, weil er wieder sehr steil war und plötzlich in einem Geröllfeld endete. Dort gab es dann verankerte Seile, die als Abstiegshilfe über die doch recht lockeren Gesteinsbrocken gedacht sind. Abenteuer pur!
Die ganze Sache war doch wirklich ziemlich anstrengend. Hab echt gedacht, dass ich beim anstehenden Vorspiel am Abend einfach mal aus Erschöpfung einschlafen würde. (Ja, mir ist die Doppeldeutigkeit des letzten Satzes durchaus bewusst
). Aber mir ging es dann doch erstaunlich gut und bisher hat sich auch noch kein größerer Muskelkater eingestellt. Das Vorspiel in meiner Wohnung war einfach total klasse und super lustig, wie ihr auf den Bildern hier sehen könnt. Erstaunlich wie viele Mensche ich doch in meiner Wohnung unterbringen kann und es war noch einiger Platz übrig. Ich schreib euch jetzt einfach noch ein bisschen zu den Deutschen mit denen ich gefeiert habe und welche alle sehr liebe Menschen sind. Fangen wir doch mit den Mädels an: Anne ist Krankenschwester hier. Astrid hat Binnenschifferei gelernt (genial, oder?) und ist derzeit auf Jobsuche. Marlen arbeitet im Kindergarten. Sie ist aber ein wenig von Norwegen gefrustet und wird wohl in zwei Monaten nach Deutschland zurückgehen. Marie macht hier ein Praktikum im Bereich Gesundheitsförderung. So und die Jungs: Roland ist Maler und Lackierer. Patrick ist Landschaftsgärtner und ich bin schon gespannt, ob wir mal zusammen an einem Projekt arbeiten werden. Tommy und Andi arbeiten beide für einen Energiebroker hier, wobei ich die beiden ja schon länger kennen, wie ich euch bestimmt schon mal geschrieben habe. Nach dem Vorspiel sind wir dann noch fast alle in den Scotsman, einem schottischen Pub, zum Abzappeln gegangen.
Und wenn ihr euch jetzt schon immer mal gefragt habt, wie die Norweger so drauf sind, wenn sie am Samstag weggehen, dann schaut euch doch einfach mal die letzten Bilder meines „Vorspiel“-Albums an und ihr wisst bescheid. Die spinnen die Norweger!
Naja, und ich denke, dass einige meine Bilder auch einen klaren Hinweis auf meine neue, veränderte Lebenssituation geben.
Mir geht’s gut! Ich hoffe euch allen auch!
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Vorspielmöbel
Okay, für alle die, die sich in den norwegischen Feiergewohnheiten nicht so auskennen, werde ich kurz den Begriff des Vorspiels und Nachspiels erklären. Beides hat hier in Norwegen grundsätzlich (also vom eigentlichen Sinn her) nichts mit Sex zu tun. Das Vorspiel ist eine Art Ansaufen bevor man in den Club geht. Meist trifft man sich bei jemanden in der Wohnung und jeder bring Alk mit. Das hat den Hintergrund, dass Alkohol hier so teuer ist und man einfach schon mal viel spart, wenn man schon angetrunken in den Club kommt. Das Nachspiel findet dann halt nach dem Club statt, weil ja auch die Norweger gerne weiter feiern würden, wenn um 3 Uhr die Clubs zumachen.
Tja, und ich hab dieses Wochenende die Ehre mein erstes Vorspiel in meiner Wohnung abzuhalten. Wenn ihr euch noch erinnert oder einfach mal kurz im letzten Post nachlest, hab ich mich ja am letzten Samstag mit einer Gruppe Deutscher getroffen, die auch alle in Bergen leben. War richtig klasse und wir hatten viel Spaß zusammen, wobei wir erst in einem Café gequatscht haben und dann zu später Stunde noch abzappeln gegangen sind. Und weil es soviel Spaß gemacht hat, hab ich die alle für Samstag zum Vorspiel bei mir eingeladen. Nun gut, nun is ja meine Wohnung nicht so groß und hat auch nicht so viele Sitzmöglichkeiten. Also bin ich gestern mal wieder zu IKEA gefahren und habe mir ein paar Klappstühle und eine Couch (die wollte ich eh noch haben) gekauft. War ne lustige Aktion, da mir Marie, eine der Deutschen aus Magdeburg, geholfen und wir neben Bettentestliegen und Pølserfuttern viel Spaß hatten, besonders als wir versucht haben die Couch in den Firmenwagen zu bekommen. Dabei hatte ich Marie echt noch mit meinen tollen Rechenkünsten beeindruckt und behauptet, dass wäre überhaupt kein Problem. Naja, zum Glück waren einige Spannriemen im Auto und so konnten wir das Ding einigermaßen verkehrssicher nach Hause bekommen. Jo jo, mein Zimmer ist jetzt echt gemütlich und es wird mal wieder Zeit ein paar Bilder davon zu schießen und euch zu zeigen. Wird bestimmt ne cooler Abend am Samstag, wovon es dann natürlich auch noch Bilder gibt.
Ansonsten geht es mir wirklich gut. Das Wetter ist phantastisch! Sonne, Sonne, Sonne, Sonne. Fast keine Wolke am Himmel und das schon die ganze Woche. Genial! Das beste Wetter seit ich hier bin. Ach, was geht’s mir gut! Und das liegt nicht nur am Wetter
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Möven – die Raudis von Bergen
Keine Ahnung was die Ursache dafür ist, aber an einigen Tagen wird die Stadt von Möwen überrannt. Diese „Möwentage“, wie ich sie selbst nenne, muss man sich jetzt nicht so wie bei „Die Vögel“ vorstellen, aber es fällt schon auf, dass sich mehr Möwen in und über den Straßen rum treiben. Unter den Tieren sind die Silbermöwen die Raudis. Die mischen die lokale Faunaszene ganz schön auf. Wären in Berlin ja eher die Tauben die lokale Oberhand besitzen, kriegen diese hier in Bergen mächtig aufs Maul, wenns darum geht sich die diverse fressbare Broken auf den Straße einzuverleiben. Ist ja auch nicht unnormal, da so eine Silbermöwe mal gut und gerne doppelt so groß ist, wie eine Taube und mindestens zehnmal so laut. Die machen manchmal ganz schön Rabatz. Tja, aber fies wie die Natur ist und frustiert wie die Tauben sind, gibt es immer noch einen Kleineren an dem man seinen Frust auslassen kann. Das sind dann die Lachmöwen, welche ähnlich groß sind wie die Tauben, bei diesen aber kaum etwas zu lachen haben.
Ja ja, schon interessant die lokale Fauna der Stadt.
Hatte in der letzten Woche auch viel Zeit diese zu beobachten, da das Wetter unnormal gut ist. Viel Sonnenschein hatten wir hier in der letzten Woche und das bewirkt, dass die „Bergenser“ am Nachmittag sofort rausströmen und sämtliche Bänke in der Innenstadt besetzen. Wenn es in den nächsten Monaten noch wärmer wir, soll das zum Teil am Abend mediterrane Formen annehmen. Da bin ich schon ziemlich gespannt drauf. Und wenn dann noch die Touris hinzukommen, welche in den Sommermonaten fast 50% der Bevölkerung ausmachen, dann wird es echt voll hier.
Heute Abend gehe ich zu einem Treffen mit anderen Deutschen. Dies ist daraus entstanden, dass es im deutschen StudiVZ eine Gruppe „Bergen“ gibt und die sich dann endlich mal entschlossen haben sich wirklich in Bergen zu treffen. Bin sehr gespannt, ob ich ein paar nette, neue Menschen kennenlerne.
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Byvakt
Zwei Wochen nachdem ich mich zum Eiersuchen nach Deutschland begeben habe, bin ich nun wieder in Bergen und habe mit Erschrecken festgestellt, dass sich die Anzahl meiner Posts hier im Blog auf einen pro Monat reduziert hat. So geht das nicht und ich nehme mir für die Zukunft vor wieder öfter was über mein Leben hier zu schreiben.
Tja, mein Leben hier … was soll ich sagen? … der Alltag hat sich ganz schön eingeschlichen. Man hat schon einen gewissen Rhythmus entwickelt (Arbeit – Freizeit – Verpflichtungen), den ich aber als sehr angenehm empfinde und irgendwie kommt auch langsam so ein Gefühl von „sich heimisch“ fühlen auf.
Die Arbeit macht immer noch sehr viel Spaß (wie es ja auch sein sollte). Leider mussten wir uns gestern erstmal von einer Arbeitskollegin verabschieden, die in den Schwangerschaftsurlaub geht. Es wird jetzt stressiger, da das Büro immer noch sehr viele Aufträge hat. Für mich bedeutet das auch, dass die Anforderungen an mich steigen. Ich sehe dem ganzen aber gelassen entgegen, weil das entspannte Arbeitsklima und der nette Umgang mit meiner Kollegen mit viel Sicherheit geben.
Zurzeit kommt es öfters mal vor, dass es sehr laut wird in meiner Straße, denn die „byvakter“ sind unterwegs. Wieder einmal eine dieser lustigen, norwegischen Traditionen. Byvakt oder zu Deutsch Stadtwache ist eine Gruppe von 20-30 Jungs und jungen Männern, die in Uniform mit Trommeln und Armbrüsten durch die Stadt ziehen. Dabei machen sie einen Höllenlärm, den sie selbst wahrscheinlich als Marschmusik bezeichnen würden. Gerne stellen sie sich vor hohe Hauswände, die den Lärm noch mal extra gut verstärken. Warum die Armbrüste? Vor dem Krieg haben die Byvakter noch richtige Gewehre getragen und wurden auch als Bürgerwehr eingesetzt. Nach dem Krieg hat man die Gewehre dann durch Armbrüste ersetzt, mit denen man wohl keine zwei Meter schießen kann. Besonders freuen tut man sich über die Byvakt, wenn man am Samstagmorgen um zwölf noch im Bett liegt und jeder laute Ton durch die Vorabendsaktivitäten zur großen Qual wird
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Frühlingsanfang
Seit dem 1. März ist ja nun laut Meteorologen Frühling. Schöne Sache eigentlich….hab mich dann aber schon heute morgen ein wenig gewundert, warum es so hell in meinem Zimmer ist. Nein, es war nicht etwa heller, weil die Sonne mit einem Schlag noch früher aufgeht, sondern weil der Schnee viel mehr Sonnenlicht in mein Zimmer reflektiert hat. Schneeeeeeee! Holla die Waldfee, da hat es doch tatsächlich das zweite Mal richtig geschneit hier in Bergen in diesem Winter….ääähhhhh…tschuldigung…..Frühling. Tja, schmilzt aber leider schon wieder alles. War schon irgendwie nicht wirklich ein Winter, den ich hier in Bergen erlebt habe und zu meiner Vorstellung von einem richtigen norwegischen Winter passt das erst recht nicht. Vielleicht hätte ich vorm Klimawandel hier mal vorbeischauen sollen
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Ansonsten habe ich nun auch das norwegische Gesundheitssystem ein bisschen genauer kennen gelernt. Hab mir nämlich einen schönen grippalen Infekt zugezogen. Schuld daran war mit Sicherheit das überaus griesgrämige und üble Wetter in der letzten Woche. Kalt, Wind und Regen von allen Seiten – bääääähhh. Da ich mich dann übers Wochenende hinweg nicht besser gefühlt habe, wollte ich gestern dann mal einen Arzt aufsuchen. Tja, schöner Plan, nur dass man hier in Norwegen einen festen Hausarzt hat und ich überhaupt keine Peilung hatte, welcher meiner ist. Nach ein paar Telefonaten hab ich dann erfahren, dass ich keinen festen Arzt besitze, da mir noch die „fødselsnummer“ fehlt. Diese Nummer ist das wichtigste hier in Norwegen und eine Art Personennummer, die dich eindeutig identifiziert und über die alle Verträge, Urkunden usw. laufen. Ich habe zwar schon einen Antrag auf diese Nummer gestellt, aber die Polizei braucht ca. 4 Monate für deren Erstellung, so dass ich zur Zeit nur eine kurzfristige ID-Nummer habe. Da ich also keinen „fastlege“ (fester Hausarzt) habe, bin ich gestern zur „Bergen legevakt“ geschickt worden. Das ist so was wie eine Poliklinik mit Ambulanz. Wie gut, dass ich in guter (deutscher) Manier ein Buch mithatte! Es hat geschlagene 3,5 Stunden gedauert bis ich dran gekommen bin. Im übrigen war ich der einzige der ca. 50 Wartenden mit einem Buch, was ich ziemlich komisch fand. Als dann die Schwester meinen Namen etwas gebrochen, aber dafür umso lauter (sie wollte wohl sicher gehen, dass ich sie höre) ausrief und mich daher alle anstarrten als ich aufstand, da war mir das schon ein wenig peinlich. Naja, der Arzt war super nett und als er herausgefunden hatte, dass ich aus Deutschland komme, hat er mir gleich seine halbe Lebensgeschichte erzählt, da er in Bochum studiert hat.
Nun gut, jetzt bin ich erstmal den Rest der Woche krankgeschrieben und genieße es, neben der Rumhusterei, der verstopften Nase und dem brummenden Kopf, ein wenig rumzugammeln.
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